ich-gehe-nicht-hin.de

Pressemitteilung von politik-digital.de, Donnerstag, 1. September, 13.45 Uhr

Überraschender Erfolg der politik-digital.de-Website "ich-gehe-nicht-hin.de - Den Nichtwählern eine Stimme geben"

Nur sechs Wochen nach dem Launch der politik-digital.de Website www.ich-gehe-nicht-hin.de sind die Initiatoren überrascht vom Erfolg des Angebots, das angetreten ist, Nichtwählern einen Ort des Dialogs im Internet anzubieten. Am gestrigen Mittwoch wurde der 10.000ste Textbeitrag auf der Website gezählt, in den nächsten Tagen wird der 100.000 Besucher der Website erwartet. Auf der Internetseite können Nichtwähler ihre Gründe für die Wahlenthaltung bei der Bundestagswahl 2005 angeben und die Begründung anderer Nutzer kommentieren.

"Der Bedarf an dialogischer Kommunikation ist unter Nichtwählern offenbar viel ausgeprägter, als zu vermuten war", erklärt Christoph Dowe, Geschäftsführer des Initiator-Vereins pol-di.net. "Das beweist: Nicht jeder Nichtwähler ist unpolitisch, aber viele sind unzufrieden mit den vorhandenen Dialogangeboten. Die politischen Institutionen sind aufgerufen, ergebnisoffene und glaubwürdige Angebote zu machen, damit potenzielle Nichtwähler dem demokratischen Staatswesen nicht verloren gehen." Es könne nicht die Aufgabe von unabhängigen Institutionen wie pol-di.net sein, solche Angebote langfristig anzubieten.

Ziel der Website ist es ausdrücklich nicht, für eine Nicht-Teilnahme an der Wahl zu werben. Vielmehr soll Nichtwählern eine offene und freie Diskussion über Gründe des Nichtwählens angeboten werden. Für viele Nutzer scheint dies die erste Gelegenheit zu sein, sich öffentlich Gehör zu verschaffen.

Die Argumente der Nutzer reichen von Parteien- und Politikverdrossenheit bis hin zu Kritik am Wirtschafts- und Sozialsystem. Überraschend ist auch die hohe Zahl von Nutzern, die mehr partizipative Elemente wie Bürgerbegehren oder Volksentscheide einfordern, bevor sie sich wieder an Wahlen beteiligen wollen. Viele Nutzer geben auch persönliche Erfahrungen an, die zur Abwendung von der Parlamentsdemokratie geführt haben. Das Niveau der Beiträge reicht dabei von halbwissenschaftlichen Abhandlungen bis hin zu Stammtisch-Aussprüchen.

Nach einer ersten Zwischenauswertung der erhobenen demographischen Daten fällt auf, dass rund 75 Prozent der Eintragenden mindestens das Abitur als höchsten Bildungsabschluss angeben, rund 35 Prozent geben an, einen Studienabschluss zu haben. Über 50 Prozent der Eintragenden sind Angestellte oder Freiberufler. Drei Viertel geben an, bereits einmal gewählt zu haben, nur rund acht Prozent haben noch nie an einer Wahl teilgenommen.

Angesichts des Erfolgs ist es nicht verwunderlich und auch zu begrüßen, dass nun mit zwei konkurrierenden Projekten auf die Website reagiert wird. So will die studentische Initiative "Die Wahlgang" am Montag ein eigenes Projekt unter der Internetadresse "www.ich-geh-hin.de" starten, mit dem Erstwähler zum Wahlgang mobilisiert werden sollen. Besonders erfreulich ist das heute freigeschaltete Projekt des Bundestags "www.egal-ich-geh-zur-wahl.de", auch, wenn es auf einen Dialogangebot gänzlich verzichtet.

politik-digital.de ist unter anderem Preisträger des "Grimme Online Award Medienkompetenz". Die Website www.politik-digital.de wird vom unabhängigen Verein pol-di.net mit Sitz in Berlin betrieben. Eine weitgehend ehrenamtliche Redaktion erstellt wöchentlich redaktionelle Inhalte in den Themengebieten eDemocracy, eGovernment und eConsumer. Der Verein setzt sich dafür ein, dass die Möglichkeiten der neuen Medien für eine verbesserung der politischen Kommunikation zwischen Institutionen und Bürgern genutzt werden.

Pressekontakt:
Christoph Dowe
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