Sie wählen nicht, weil...
- ich-gehe-nicht-hin.de - Projektende
Über 100.000 Besuche in zwei Monaten, mehr als 12.000 Einträge und Kommentare, ausführliche Presseberichterstattung - ich-gehe-nicht-hin.de war aus Sicht von politik-digital.de ein voller Erfolg. Aber die Zahlen sagen wenig darüber aus, was die Möglichkeit, den Nichtwählern eine Stimme gegeben zu haben, wirklich bewirkt hat. Unser Ziel war es nicht, zum Nichtwählen aufzufordern. Wir wollten unter Beweis stellen, dass es einen großen Bedarf gibt, kritisch über Wahlen und die Nichtteilnahme zu diskutieren - auf Augenhöhe, gleichberechtigt, offen und durchaus auch ungeschminkt. Eigentlich müssten aus unserer Sicht die demokratischen Institutionen solche Angebote unterbreiten, und nicht der Verein pol-di.net mit seinen bescheidenen Mitteln.
Die Website wurde nun "kalt" gestellt - weitere Einträge und Kommentare sind nicht möglich, da das Moderieren und Betreuen der Website im Wahlkampf ein Fulltime-Job für uns war, den wir leider nicht weiter leisten können. Einzig die "Beiträge vergleichen"-Funktion ist noch aktiv - helfen Sie uns bei der geplanten Auswertung der Ergebnisse (www.ich-gehe-nicht-hin.de/mysociety/na/web/news/auswertung.shtml). In unserem politik-digital.de-Newsletter können Sie sich zudem über Aktuelles informieren lassen (www.politik-digital.de/politikdigital/newsletter/index.shtml). Alle Kommentare und die die Presseschau sind weiterhin an dieser Stelle verfügbar.
Je länger das Projekt andauerte, desto deutlicher wurde, dass eine Auswertung Ihrer Beiträge unbedingt nötig ist, um aus den Texten lernen zu können: Wieso wenden sich Menschen von politischen Geschehen ab? Wie kann man für mehr Akzeptanz des parlamentarischen Systems sorgen? Und: Welche Dialogangebote müssen von den politischen Institutionen angeboten werden? Wir werden uns in den nächsten Wochen bemühen, finanzielle Unterstützer für eine fundierte wissenschaftilche Auswertung der Ergebnisse zu finden. Gespräche mit Stiftungen und Organisationen sind geplant. Hinweise auf mögliche Unterstützer nehmen wir gerne entgegen.
Wir hoffen, mit dem Projekt aufgezeigt zu haben, wie politische Kultur aussehen könnte, wenn neue Wege beschritte würden. Unsere Forderung bleibt:
geschrieben: 19.09.05, 10:07 | Eintrag einem Freund mailen | sollte gelöscht werden?
Das Internet sollte zur dialogischen Gesprächsaufnahme zwischen Bürgern und politischen Institutionen besser genutzt werden. Gerade die kommunikativen und partizipativen Möglichkeiten der gar nicht mehr so "neuen" Medien müssen endlich für mehr "eDemocracy" genutzt werden. Auch wenn Online-Kommunikation niemals das persönliche Gespräch ersetzen wird, ist es doch ein excellentes Mittel, um miteinander ins Gespräch zu kommen und neue Formen des Austausches zu erproben.
