ich-gehe-nicht-hin.de

Sie wählen nicht, weil...

... ich seit ca. 2 Monaten staatenlos bin.

... die Deutschen Behörden mir das Wiedererlangen meiner Deutschen Staatsbürgerschaft scheinbar so unnötig bürokratisch (und gebührenlastig!) machen,
dass ich nun bereits seit ca. 2 Monaten staatenlos bin und es wohl leider noch eine Weile dauern wird, bis sich dieser Umstand ändert!

geschrieben: 05.09.05, 11:10 | Eintrag einem Freund mailen | sollte gelöscht werden?

Kommentare

Michael Laudahn antwortet: Wie konntest du die denn verlieren? Ich dachte, das ist gar nicht möglich.

geschrieben: 05.09.2005, 11:13 | sollte gelöscht werden?

Lars Forseth antwortet: Also gut, hier die ganze Geschichte:

Mein Vater ist Amerikaner und meine Mutter Deutsche. Somit hatte ich seit Geburt beide Pässe. Mir war klar, dass ich mich irgendwann hätte entscheiden müssen, da in Deutschland die Doppelstaatsbürgerschaft nicht erlaubt ist.

Nach dem Abi (März 2003) bin ich dann auf die glorreiche Idee gekommen der Amerikanischen Luftwaffe beizutreten, um so nach Amerika auswandern zu können.

Dazu musste ich seitens der Amerikaner meinen Deutschen Pass abgeben. Also habe ich dies getan und von den Deutschen Behörden eine Verzichtsurkunde bekommen.

Nach ca. 2 Wochen habe ich festgestellt, dass das Amerikanische Militär absolut nicht meine Welt ist und dass ich einen riesen Fehler gemacht habe. Also habe ich abgebrochen und bin nach Deutschland zurück. Nun aber nur noch als Amerikaner, als Ausländer in meinem eigenen Heimatland.

Ich musste mich dann erst einmal um eine Aufenhaltserlaubnis kümmern, die ich dann auch zuerst für 3 Monate (Touristenvisum, bekommt ja jeder bei der Einreise) und dann für ein Jahr.

Parallel habe ich dann, da mir gesagt wurde mein Personalausweis sei schon vernichtet und es gäbe absolut keine Chance ihn wiederzuerlangen, einen Antrag auf Einbürgerung gestellt.

Nach ein paar Monaten habe ich dann eine Einbürgerungszusicherung erhalten mit der Auflage, dass ich meinen Amerikanischen Pass abgeben muss, weil eben die Doppelstaatsbürgerschaft in Deutschland nicht erlaubt ist.

Gleichzeitig habe ich einen BA-Studienplatz in Stuttgart gefunden und hatte deshalb beschlossen meinen Amerikanischen Pass vorerst nicht abzugegeben, um nicht während meinem Umzug staatenlos dazustehen. Man könnte meinen, ich hatte eine Vorahnung was passieren würde... ;)

So war es auch dann. Ich hab am 14.06.2005 dann auf dem Amerikansichen Konsulat in Frankfurt meine Amerikanische Staatsbürgerschaft niedergelegt und vom Konsulat ein Schreiben erhalten, das dies belegt und unmissverständlich beschreibt, dass ich kein Amerikaner mehr bin.

Die Deutschen Behörden (genauer: Das Ausländeramt hier in Stuttgart) erkennt dieses Schreiben nicht an und nun muss ich warten, bis die Verzichtsurkunde aus Washington D.C. / USA kommt und die Deutschen Behörden mich vielleicht dann gnädigerweise wieder einbürgern. ;)

Bis dahin (das kann bis zu 6 Monate dauern meinte das Konsulat) haben die Deutschen Behörden mir einen Reiseausweis
für Ausländer ausgestellt, in dem steht, dass ich Amerikaner sei. Wusste garnicht, dass die Deutschen Behörden die Befugniss haben AUssagen über meine Amerikanische Staatsbürgerschaft zu treffen! *fg* Denn aus Amerikanischer Sicht bin ich kein Amerikaner mehr! Was zur Folge hat, dass ich nun schon ne Weile staatenlos bin, egal wie die Deutschen Behörden das sehen mögen...

Das ich damals einen dummen und leichtsinnigen Fehler gemacht habe, gebe ich offen zu. Ich meine, wenn ich ihn nicht zugeben würde, wäre ich nicht zurückgekommen, oder? ;)

Aber mich dafür so bluten zu lassen kann ic nicht verstehen. Immerhin, ich war gerade mal 21 Tage weg! 21 Tage! Mir kann keiner weiss machen, dass mein Personalausweis zu dem Zeitpunkt schon vernichtet war, das kann ich nicht glauben.

Desweiteren hat mich das ganze schon mehere hunderte Euro gekostet (Fahrtkosten, Gebühren, Porto, Kopien, Telefonate, etc.).

Das is der Grund wieso ich nicht wählen kann, selbst wenn ich es wollte.

geschrieben: 05.09.2005, 11:38 | sollte gelöscht werden?

Michael Laudahn antwortet: Interessant. Was ich schon lange sage: Die ganze juristerei in ihrer heutigen form hat einen verdammten beigeschmack von koran-wissenschaft (die jura-fakultäten als koranschulen, die richter als mullahs, die staatsanwälte als sittenwächter etc pp) und gehört in ihrer heutigen form abgeschafft. Es fehlt u a der bezug zur realität und ist vor allem inszeniertes dauer-generve, um die leute kleinzuhalten.

geschrieben: 05.09.2005, 12:31 | sollte gelöscht werden?

Lars Forseth antwortet: Das nervige daran ist der Umstand, dass über solche Anträge scheinbar manchmal völlig subjektiv von Amt zu Amt, von Bundesland zu Bundesland entschieden wird.

Bestes Beispiel, bei dem ich es direkt mitbekommen habe:

- Kindergeld (manche aus meinem Kurs müssen da Nachweise bringen und zich oft das Formular ausfüllen und hinschicken bis die ihr Kindergeld bekommen. Ich hab es "relativ" unproblematisch im Vergleich bekommen. Mein Kindergeld kommt aus Pirmasens/Rheinland-Pfalz, dem andern seins aus Brandenburg)

- Hauptwohnsitz / Nebenwohnsitz bei An- bzw Ummeldung (eine aus meinem Kurs wohnt in Berlin und konnte es durchsetzen, dass sie dies als Hauptwohnsitz beibehält und Stuttgart nur als Nebenwohnsitz. Bei mir ging das nicht, obwohl ich "nur" 200 Km von Stuttgart herkomme)

Man bekommt zwar auf den Ämter immer zu hören, es ginge nicht anders weil so eben die Regelungen wären... aber wenn ich mir solche Beispiele anschaue sieht es aus, als ob jedes Amt so seine eigenen Regeln hätte. *grml*

geschrieben: 05.09.2005, 12:42 | sollte gelöscht werden?

Der-vom-Staat-in-Ruhe-gelassen-werden-will antwortet: ... mal angenommen, diese Geschichte stimmt. Dann drängt sich mir ganz persönlich hier der Eindruck auf, daß sich hier jemand die Rosinen rauspicken will.

Erst lieber zu Uncle Sam, höchstwahrscheinlich weil es da besser erschien (oder die USAF hat einfach die bessere Werbeabteilug als die Bundesluftwaffe). Irgendein Grund muß ja die getroffene Wahl ja gehabt haben. OK, soweit, so gut. Dann festgestellt, daß USAF nicht das Richtige war. Auch noch OK, shit happens, und es irrt der Mensch, solang er strebt ...

Jetzt soll aber auf einmal wieder die teutsche Staatsbürgerschaft her. In Zusammenhang mit Schlagwörtern wie Studium (aha, an der BA, sehr praktisch, die kostet ja noch keine Studiengebühren - nein, man hat sogar noch Nebeneinkünfte durch den Betrieb und ist schneller fertig als im FH- uder Uni-Studium). Von Kndergeld ist auch die Rede. Was ist, kann man in den USA nicht auch studieren? Angeblich sind die Hochschulen dort sogar besser wie in D-Land. Ach so, teurer sind sie auch.

Würde mich nicht wundern, wenn in 4 Jahren nach der Diplomierung der Herr Poster sich dann wieder beklagt, daß er seine amerikanische Staatsbürgerschaft nicht zurückbekommt. Daß er als "Hochqualifizierter" in diesem Land nicht genügend gewürdigt wird, und er selbiges deshalb zu verlassen gedenkt.

Ich mag mich irren, aber diese Sache hat ein G'schmäckle, wie die Schwaben sagen.

Wer weiß schon, wo die Gründe für dieses Scheitern liegen. Falls es keine reguläre Entlassung war, dann sind die USA natürlich ungemütlich. Bei Desertion oder unehrenhafter Entlassung verstehen die keinen Spaß, da gewinnt man auf der anderen Seite des Großen Wassers keinen Blumentopf mehr. Uncle Sam kann da ganz schön nachtragend sein (ich habe im Auslandssemster in England mal einen Bäcker aus den USA kennengelernt - der hatte als Wehrpflichtiger aus dem Proletariat nach dem zweiten Purple Heart keinen Bock mehr auf Vietnam, und war nach 20 Jahren immer noch auf der Fahndungsliste des FBI).

Ich habe nichts gegen Doppelstaatsbürgerschaft. Aber ich habe etwas dagegen, wenn Leute dies ausnutzen, um sich die Rosinen herauszupicken und ein Netz, doppelten Boden und Sicherheitsleine zu haben. Entweder, oder ...

geschrieben: 05.09.2005, 20:14 | sollte gelöscht werden?

Arno Nühm antwortet: Nun seit mal nicht so hart mit dem Jungen! Die Situation ist schon ziemlich daneben, wenn auch nicht so daneben wie der Kommentar von Herrn Laudahn (und es handelt sich hierbei noch nicht einmal um seinen dümmsten Beitrag).

Vielleicht sollte man sich lieber mal zurücklehnen und sich vergegenwärtigen, welchen Nutzen so eine Staatsbürgerschaft hat. ... Ich wette, Herr Forseth wird, sobald er die deutsche Staatsbürgerschaft wieder hat, mit Wonne zur Wahl gehen.

geschrieben: 05.09.2005, 23:23 | sollte gelöscht werden?

Lars Forseth antwortet: @Der-vom-Staat-in-Ruhe-gelassen-werden-will:

Ich weiss nicht inwieweit du das wirklich nachvollziehen kannst, denn du kennst weder mich, noch meine Familie.

Die Gründe für meinen damaligen Auswanderungsversuch über die USAF liegen nicht im Rosinenpicken sondern sind eher persönlicher bzw. privater Natur.

Außerdem kann man nicht behaupten, dass ich ein Mensch bin, der nur nimmt und nicht gibt. Ich tue zwar nicht direkt etwas für das komplette Deutsche Volk, aber ich war und bin in diversen studentischen Gremien und Vereinen ehrenamtlich tätig und trage somit positiv zum Wohlbefinden von einem Teil der Bevölkerung in meinem Umfeld bei.

Und zum Thema BA-Studium: Was ist falsch daran den für sich besten beruflichen Weg zu suchen, bei dem man sich die besten beruflichen Chancen verspricht? Du sagst, du hast ein Auslandssemester gemacht. Ist das nicht etwa ebensfalls ein bissl Rosinenpicken? Diese Auslandssemester werden ja auch vom Staat gefördert, sowohl von Deutschland, als auch von dem Land, in dem man das Auslandssemester macht (in deinem Fall Groß-Britanien).

Ich verstehe übrigens nicht wieso du dich hinter einem Nick versteckst, der nicht gerade eine positive Meinung über den Deutschen Staat deinerseits suggerieren lässt, statt deinen reellen Namen zu verwenden, wie die anderen Kommentatoren und ich das auch tun!

geschrieben: 06.09.2005, 02:17 | sollte gelöscht werden?

Der-vom-Staat-in-Ruhe-gelassen-werden-will antwortet: Wie gesagt, ich hatte aus dem Post einen Eindruck gewonnen. Für mich hat diese Sache eben ein G'schmäckle. Für die bürokratischen Folgen einer persönlichen Fehlentscheidung kann man ja wohl kaum andere verantwortlich machen. Bevor man ins Wasser springt, sollte man erst checken, ob es auch tief genug ist ... zudem, wenn man familiäre Verbindungen hat, wird man ja kaum völlig ahnungslos sein.

Und meine Auslandssemester waren selbstfinanziert (1 x Praktikumssemester - kein einziger Cent vom Arbeitgeber oder sonst einer Körperschaft, 1 x Diplomarbeit, auch komplett selber finanziert). Öffentliche Fördergelder gabs auch zu der Zeit nur für "unterpriviligierte Minderheiten" (z.B. EU-Gelder nur für die armen Niederländer, Griechen, Portugiesen und Italiener). Danke der Nachfrage. Danke gleichfalls.

Und wie gesagt, warum studieren Sie nicht in den USA, wenn Sie dann schonmal die US- Bürgerschaft hatten? Da soll es tolle Unis geben ...

geschrieben: 06.09.2005, 08:19 | sollte gelöscht werden?

pV antwortet: "da in Deutschland die Doppelstaatsbürgerschaft nicht erlaubt ist"
Es gibt weit Verheerenderes, das in D nicht erlaubt ist: user value. Stattdessen gibts Zwangsarbeit und Wertschöpfungsabschottung zugunsten von Eignern. Dem ist der aufgeblähte "öffentl. Dienst" instrumentalisiert, der davon schmarotzt.
Der Sozialstaat gräbt einer demokr. Entwicklung das Wasser ab.

geschrieben: 06.09.2005, 08:28 | sollte gelöscht werden?

Mond antwortet: Your site is realy very interesting!

geschrieben: 16.09.2005, 15:43 | sollte gelöscht werden?

anonymous antwortet: Warum Doppelte Staasbürgerschaft ???

Entweder bin ich Fisch oder Fleisch, aber beides geht eben nicht. Irgendwan muß ich mich mal entscheiden und dann zu meiner Entscheidung stehen. Die Mehrheit der Menschheit hat nur eine Staatsbürgerschaft und lebt damit auch.
Außerdem ist mit jeder Staatsbürgerschaft auch
eine gewisse Pflicht verbunden. Diese Pflichten überschneiden sich teileweise dann. Soll die Wehrpflicht dann erst in dem einen Land und dann in dem anderen Land angeleistet werden, oder nur in dem einen Land oder was ???

Zum Thema USA, nicht alles was glänzt ist auch
Gold . . . .

mfg.

geschrieben: 16.09.2005, 16:46 | sollte gelöscht werden?

luncz antwortet: weitverbreiteter Irrtum. In der BRD ist Doppelstaatlichkeit zulässig. Wer es nicht glaubt kann sich mit einer entsprechenden Anfrage ans auswaertige Amt wenden.
Was soll der dumme Satz von entweder oder. Wie kann man von jemanden erwarten, dass er sich fuer die mutter oder den vater, und damit gleichzeitig gegen das andere elternteil entscheidet.
zum thema wehrpflicht, es gibt eine vereinbarung zwischen den usa und der brd und einer reihe anderer staaten, dass die wehrpflicht nur in einem staat, zur wahl des doppelstaatlers, abzuleisten ist.
es steht jedem frei sich ueber den wahrgehalt dieser feststellungen beim auswaertigen amt kundig zu machen. zu diesem thema haben die bereits standardantwort parat.

geschrieben: 28.09.2005, 12:17 | sollte gelöscht werden?

clarence antwortet: schreibe diese e
--mail wegen des artikels des lars forseth um eines klar zu stellen,man kann in deutschland und auch den usa beide staatsbügerschaften besitzen ganz legal,wenn ein elternteil us staatsbürger ist und der andere deutsch.das trifft bei mir auch zu.ich habe auch noch nie probleme gehabt.ausserdem muss man als us staatsbürger nicht in die airforce um in den usa zu leben.so einen quatsch habe ich noch nie gehört.ich glaube der junge mann ist unwissend und ausserdem hat man ihn total verarscht. ich bin sehr froh dass ich in den usa ohne probleme leben kann. bye clarence

geschrieben: 30.01.2006, 17:39 | sollte gelöscht werden?

Über ich-gehe-nicht-hin.de

Dies ist der Ort, an dem Sie der Welt sagen können, warum Sie bei der Bundestagswahl 2005 nicht wählen werden.

Mit diesem Projekt wollen wir niemanden dazu ermutigen, nicht zur Wahl zu gehen. Aber Jahrzehnte von nachlassender Wahlbeteiligung weisen darauf hin, dass sich mehr und mehr Menschen nicht mehr im politischen System wiederfinden. Um dieses Auseinanderdriften ein wenig besser zu verstehen, haben wir diese Seite aufgesetzt.

Wir werden auch nicht versuchen, Sie davon zu überzeugen, dass Wählen eine gute Sache ist. Wir können auch nicht versprechen, dass irgendwer zuhört, nur weil Sie ihre Gründe hier aufschreiben.

Das Einzige, was wir versprechen können ist, dass Sie hier erklären können, warum sie nicht zur Wahl gehen, statt gar keine Stimme zu haben. Sie müssen dabei nur tolerieren, dass andere Nutzer Ihre Begründungen kommentieren.

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